No. 10

Ich war noch NIE so müde wie grade. (Zumindest nicht in diesem Jahr…) Heute früh ging es von St. Petri in Magdeburg aus los zum Wasserschloss in Gommern. Über Umwege natürlich, damit es auch 27 km werden. Das ganze war ein Spendenlauf, um eine Lehrküche in Ghana zu finanzieren. Am Ende blieben von den ca. 180 Leuten, die um 9:30 Uhr gestartet sind ungefähr 100 übrig, die Punkt 16:30 in Gommern in die Busse zurück nach Magdeburg stiegen. Natürlich nicht, ohne sich vorher auch den letzten Stempel als Beweis für das Ganze zu holen.
Wie gesagt, so unfassbar müde war ich schon lange nicht mehr. Und so nass erst recht nicht. Die Temperatur war mit ca. 10 Grad ja echt angenehm, aber der Dauerregen, der gegen 12:30 Uhr einsetzte, war ziemlich ätzend. Meine Hose war am Ende nasser als wenn ich sie frisch aus der Waschmaschine hole und ich dementsprechend durchgefrohren. JackWolfskin – Jacken halten ab einer gewissen Zeit auch nicht dicht, Rucksäcke erst recht nicht, so dass am Ende die Socken, die ich für den Fall, dass meine Schuhe nicht wasserdicht sind im Rucksack mit mir durch die Gegend geschleppt habe durchnässter waren als die, die ich an hatte. Ich glaube meine Füße waren am Ende irgendwie auch das einzige, dass trocken geblieben ist.
…Und man sollte niemals während man durch den Regen läuft anfangen „Raindrops keep falling on my head…“ zu singen, dann fängt es nämlich erst richtig an aus allen Eimern zu schütten. Hab danach gleich das Gegenteil versucht und „I’m walking on sunshine“ vor mich hin geträllern. Hat natürlich nicht funktioniert.
Düdüm.
Ich konnte während dem Lauf an mir selbst verschiedenste psychische Zustände feststellen, was mir jetzt irgendwie ein bischen verrückter vorkommt als während dem Lauf…:
Phase 1 (0 – 5 km):
Schock, Müdigkeit, Warum ich? Zweifel an dem ganzen Vorhaben.
Phase 2 (5 – 8 km):
Euphorie, das klappt, ich seh sogar blauen Himmel, Butcher the Bar ist super zum Laufen geeignet, Kühe.
Phase 3 (8 – 10 km):
Akzeptanz…läuft schon, zieht sich aber langsam.
Phase 4 (10 – 15,7 km):
Regen ist nicht so gut. Warum dauert das so lange? Warum zur Hölle laufen wir einen Umweg durch Schönebeck? Warum sind wir mitten im Nirgendwo? Ich will nach Hause. Hunger. Sind wir schon da?
Phase 5 ( 15,7 km):
Essen, Linseneintopf schmeckt tausendmal besser, als ich es in Erinnerung habe.
Phase 6 (15,7 – 23 km):
Regen. Und Hass. Hass auf jeden Grashalm, jede Pfütze, jeden Baum, der mir begegnet. Mache mir Gedanken, wie viel zusätzliches Gewicht in Form von Regenwasser ich jetzt schon seit Stunden zusätzlich mit mit rumtrage. Und warum dieser Feldweg auf dem Deich einfach nicht aufhört.
Phase 7 (23 – 27 km):
Regen. Gleichgültigkeit. Jetzt ist eh alles egal. Die letzen Meter mehr oder weniger machen ja auch keinen Unterschied mehr. Noch durchnässter kann ich schlecht werden und noch kaputter auch nicht.
Phase 8 (27 km):
Immer noch Regen. Stolz. Tot. Angst, dass ich es nicht mehr mit dem Fahrrad nach Hause schaffe. ( Hab ich aber. Noch mehr Stolz.)
Phase 9 (zu Hause):
Müde. Sogar zu müde um mir was zu essen zu machen.
Ende gut, alles gut! Danke an meine Sponsoren! Gute Nacht

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Zeit-Online-Quiz vom 10. November 2012: 5/8 (Inga: 2 – Ich: 0)

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